Jahresrückblick 2016: Meine Top 10 Bücher des Jahres

Top 10 Bücher 2016

Was wäre ein Jahr ohne Jahresrückblick? Stimmt, wahrscheinlich genau dasselbe wie mit Jahresrückblick. Dennoch hat so ein Jahresrückblick etwas, vor allem, wenn man sich auf die Top 10 Bücher 2016 beschränkt. Denn das bringt einen dazu, sich neben der ganzen Meckerei über alles, was nicht so toll war, ausschließlich mit dem Guten zu befassen.

Also habe ich meine persönlichen Lese-Highlights des Jahres zusammengestellt. Und habe dabei festgestellt, dass ich dieses Jahr doch einige wirklich gute Bücher für mich gefunden habe.

Das sind meine Top 10 Bücher 2016:

10. Die Verteidigung des Paradieses

In dieser Post-Apokalypse hat eine kleine Gruppe von Menschen eine Katastrophe und sich in einem ehemaligen künstlichen Urlaubsgebiet ihre eigene kleine Welt aufgebaut, die es – wie der Titel vermuten lässt – zu verteidigen gilt.

9. Vom Ende der Einsamkeit

Nach dem viel zu frühen Tod der Eltern kommt Jules mit seinen Geschwistern in ein Internat, wo er keinen Anschluss findet und die Verbindung zu Schwester und Bruder verliert. Dafür lernt er dort die Liebe seines Lebens kennen, ohne es jedoch zu wissen.

8. Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Joachim Meyerhoff blickt auf seine Schauspielausbildung zurück, während der er bei seinen Großeltern lebte. Das ist witzig, erhellend (wer von uns weiß schon, was in so einer Schauspielausbildung wirklich passiert) und immer wieder auch melancholisch. Der Roman ist der dritte Teil der „Alle Toten fliegen hoch“-Reihe.

7. Unterleuten

Wer Nachbarn hat, braucht keine Feinde: Das trifft zumindest auf das Dorf Unterleuten im Osten des Landes zu. Als ein Berliner Investor Windkraftanlagen im Dorf aufbauen will, geht der (Klein-)Krieg los. Ellbogen werden ausgepackt, Fäden werden gezogen und für jeden scheint die Chance gekommen, endlich das zu bekommen, was er schon immer am meisten will.

6. The Girls

Als bekannt wurde, dass Emma Cline ein Buch über die Mädchen, die bei Charles Manson lebten und für ihn mordeten, schreiben will, überschlugen die Verlage sich mit Angeboten. Anders, als sich das vielleicht anhört, ist The Girls mitnichten sensationshungrig, sondern beleuchtet viel eher, weshalb die Sozialisation von Mädchen und Frauen sie umso mehr zum Opfer solcher oder ähnlicher Gruppierungen prädestiniert.

5. Der Jonas-Komplex

Drei Geschichten zum Preis von einer: Ein zwischen Drogen-Exzessen und liebevoller Fürsorge für sein Kind schwankender Schriftsteller, ein reicher Weltenbummler, der sich „in der Welt verstecken“ lässt, und ein Junge, der von seiner Erziehungsberechtigten wahlweise vernachlässigt oder missbraucht wird – das Ganze verschlungen zu einer treffgenauen Analyse unserer Gegenwart.

4. Macht

Die Welt ist im Jahr 2031 kurz davor, vor die Hunde zu gehen, und hat sich daher entschieden, die Frauen den Saustall aufräumen zu lassen. Daher sind die Machtstrukturen zwischen Mann und Frau leicht verschoben. Überall? Nein, Sebastian Bürger hat für sich selbst seine Macht-Position aufrecht erhalten, und hält seine Ehefrau im Keller gefangen – schließlich ist er der Mann im Haus.

3. Der Fuchs

Die nordfriesische Kleinstadt Thule geht unter, und der 30jährige Finn rettet sich mit ein paar Freunden auf ein Dach. Dort denkt er darüber nach, wie sein Leben bis hierhin verlaufen ist, und erinnert sich an allerhand mysteriöse Vorfälle während seiner Jugend. Doch Der Fuchs besticht nicht nur durch das Was, sondern auch durch das Wie: Ein ganz besonderer postmoderner Roman, der mit Formen und Stilen gekonnt spielt.

2. Die Welt im Rücken

Selten habe ich jemanden so offen, so sich selbst gegenüber schonungslos über eine psychische Krankheit schreiben gelesen wie Thomas Melle in Die Welt im Rücken. Der Schriftsteller ist seit Jahren manisch-depressiv und zeigt in seinem autobiographischen Buch die Krankheit von allen Seiten, vor allem aber aus der Innensicht.

1. Die Knochenuhren

Für alle, die es noch nicht wissen, ich bin ziemlicher David Mitchell-Fan. Aber auch ohne meine Voreingenommenheit wäre dieser Roman sicher auf Platz 1 meiner persönlichen Top 10 gelandet, so umfassend und (im wörtlichen Sinne) fantastisch erzählt er von allem, was die Welt im Innersten zusammenhält – oder auseinanderzureißen droht.

Dies waren meine persönlichen Favoriten des Jahres 2016. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Lesejahr (und beende hoffentlich noch dieses Jahr Richard Flanagans aktuell auf Deutsch erschienen Roman).

Jetzt seid ihr gefragt! Was waren eure Top 10 Bücher 2016?

 

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